RWE Power 2004

Musik,die"elektrisierte"

Orchester der RWE Power AG gab beeindruckendes Konzert im Herdorfer Hüttenhaus

 suk Herdorf. Ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art bescherte der Musikverein Dermbach den Musikfreunden am Donnerstag in Herdorf. Auf seine Einladung hin weilte das Orchester der RWE Power AG im Hellerstädtchen und gab ein außergewöhnliches Konzert. Mit seinem Auftritt stellte sich das 18-köpfige Orchester in den Dienst der guten Sache, denn der Erlös der Veranstaltung wird der Jugendarbeit des Musikvereins Dermbach zugute kommen. 

Das Orchester nahm die Besucher mit auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Musikstile und Epochen und überraschte immer wieder durch außergewöhnliche Arrangements bekannter Melodien. Den Anfang machten bekannte klassische Stücke. Die Ankündigungen von Tschaikowskys Nussknacker, Bachs Präludium und Air, Händels Wassermusik und der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms im Programmheft ließen die Herzen der Klassik-Fans höher schlagen. Wer geglaubt hat, dass nun geschickte, dem Original gleichkommende Arrangements für Bläser, Schlagzeuger, Keyboarder und Gitarristen erklingen würde, der wurde eines Besseren belehrt. 

Die Werke bekamen durch die Bearbeitungen, die eigens für das Orchester geschrieben werden, einen vollkommen neuen Stil. Zweifellos war dieser für viele gewöhnungsbedürftig und dem echten Klassik-Liebhaber manchmal vielleicht zu abstrakt, aber einzigartig und perfekt gespielt war es allemal. 

Absolut überzeugend war der lateinamerikanische Programmblock. Hier kam die außergewöhnliche Instrumentierung des Orchesters voll zur Geltung und machte aus Stücken wie »Tee for Two« ergreifende Interpretationen. Das Medley »Spanish Fiesta« erfüllte das Hüttenhaus mit dem musikalischen Feuer Spaniens und die 18 hoch qualifizierten Berufsmusiker spielten hier ihr ganzes Können aus. Das fantasievoll eingesetzte Keyboard, das vom musikalischen Leiter Ralf Conzen gespielt wurde, untermalte die Bläser- und Gitarrenklänge gekonnt, während Schlagzeug und Percussion für den feurigen Rhythmus sorgten. Höhepunkt dieses Konzertabschnitts war zweifellos der Tango »Adios Nonino«. Unterstützt vom Akkordeon, vermittelten die Musiker die ganze Melancholie und Leidenschaft dieses Stückes. 

Den Sprung über den großen Teich nach Amerika wagte das Orchester nach der Pause. Die vor allem für den Big-Band-Sound goldenen 30er und 40er Jahre standen da im Mittelpunkt eines mitreißenden Medleys á la Duke Ellington, Glenn Miller und Co. Ganz neu und facettenreich auch das unvergessene »New York, New York«, das die Musiker dynamisch und kraftvoll vermittelten. 

Krönender Abschluss, der für Riesenstimmung im Hüttenhaus sorgte und manches – vor allem ältere – Herz höher schlagen ließ, waren Klassiker aus der Zeit der großen UFA-Filme. Melodien wie »Bel Ami«, »Flieger, grüß mit die Sonne« oder »Adieu, mein kleiner Gardeoffizier« wurden mit peppigen Rhythmen und dem einzigartigen Klang des Orchesters versehen, mit dem es in keine musikalische Schublade passt. Ausdrucksstarke Soloeinlagen, zum Beispiel von Horn und Flöte bei »Für mich soll’s rote Rosen regnen« und der Oboe in »Ich tanze mit dir in den Himmel«, rissen die Konzertbesucher immer wieder zu spontanem Beifall hin. 

Mit einem Geburtstagsständchen für einen Konzertbesucher aus Dermbach, der den »Glück-Auf-Marsch« in dieser Form sicher noch nie gehört hatte, und einer weiteren Zugabe hatte sich das international besetzte Orchester endgültig die Sympathien der Herdorfer erspielt.