Frühjahrskonzert 2010

Beschwingt ging es zu am Samstag in der Mehrzweckhalle in Struthütten

suk Struthütten. Der Musikverein Dermbach hatte zu seinem fast schon traditionellen Frühjahrskonzert eingeladen und dies erfreut sich ganz offensichtlich wachsender Beliebtheit, denn schon lange vor Beginn des Konzertes mussten zahlreiche Gäste unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten, da die Halle restlos ausverkauft war. Die Freude über das volle Haus war bei den Akteuren natürlich groß und so zeigte  sich der Vorsitzende, Michael Bohl, bei seiner Begrüßung  hoch erfreut über die hervorragende Resonanz und verwies schon jetzt auch  auf das große Herbstkonzert im Hüttenhaus, wo dann sicher alle Interessierten einen Platz bekämen.


In gewohnter Weise versprach das Programm, das in diesem Jahr unter dem Motto „Tänze und Tanzmusik“ stand,  wieder einen kurzweiligen Abend, bei dem leichte musikalische Kost im Mittelpunkt stand, während beim Herbstkonzert traditionell die anspruchsvolle konzertante Blasmusik dominiert. Schnell zeigte sich jedoch, dass mit „leichter Kost“ lediglich der Musikstil gemeint war und keineswegs der Anspruch den die Stücke an das mitgliederstarke Orchester stellten. Unter der Leitung von Marco Lichtenthäler spielte es einige Stücke, die von allen Registern Höchstleistungen forderten. Hierzu gehörte zweifellos die „Czech Folk Dance Suite“ von Pavel Stanek. Das Originalwerk für sinfonisches Blasorchester hatte in seinen drei Sätzen viel zu bieten. Von getragenen Melodien über rasend schnelle Läufe der Holzbläser, strahlende Trompetenklänge bis zu  rhythmisch anspruchsvolle Passagen, bei denen nicht nur bei den Schlagzeugern volle Konzentration gefragt war. Die intensive Probenarbeit im Vorfeld zeichnete sich hier aus, das Orchester meisterte dieses schwere Werk mit Bravour. 
Neben den mitreißenden Klängen des Sommerhits aus den 90er Jahren „Macarena“ und dem beschwingten spanischen Tanz „Amapola“ stellte der „Ungarische Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms einen weiteren Höhepunkt des Programms dar. Die Bearbeitung dieser romantischen Komposition mit seinen Tempowechseln und Generalpausen war ebenfalls überaus gelungen und machte den Musikern, dem Dirigenten und dem Publikum, das nach Anweisung Lichtenthäler zum Klatschen aufgerufen war,  gleichermaßen Spaß.  Viel Spaß hatten die Konzertbesucher auch an der Moderation  von Stefan Weidmann. Der Musiker, der sonst das Euphonium spielt, ging mit dem Mikrofon und dem Publikum genauso souverän um wie mit seinem Instrument. Locker und mit vielen flotten Sprüchen führte er unterhaltsam durch den Abend und bewies dabei echte Entertainer-Qualitäten, indem er sogar als Sänger eine hervorragende  Figur machte. So sang er mit ganz viel Stimme und Leidenschaft „Mack the Knife“ aus der Drei-Groschen-Oper, ganz im Stil von Robby Williams und  dessen Big-Band-Version – erstklassig! Im Big-Band-Stil erklang auch das mitreißende Medley „Glenn Miller Story“, das auf pfiffige Weise und für alle Register gleichermaßen gut arrangiert, die größten Hits des begnadeten Jazz-Posaunist, Arrangeur und Komponist aus den USA zusammenfasste. 
Neben dem großen Orchester spielte auch die Egerland-Besetzung des Vereins, der damit seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis stellte. „Wir sind käuflich – auch stundenweise“, kündigte Weidmann die kleine Combo an, die unter der Leitung von Klarinettist und Saxophonist Alexander Lisai für Riesenstimmung sorgte. Mit zünftigen Klängen und Stimmungshits, teilweise mit Gesangsduo (Michael Bohl und Stefan Weidmann)  und Tänzerinnen brachten sie die Mehrzweckhalle zum Kochen und ein bisschen Karnevalsstimmung in die närrische Diaspora des Hellertales.

Kleine Besetzung mit Gesangsduo Stefan Weidmann und Michael Bohl sorgte für Stimmung.


Auch das Jugendorchester des Vereins zeigte sich in Höchstform und spielte unter der Leitung von Thomas Drost auf beachtlichem Niveau „The Second Walz“ aus der Jazz Suite Nr. 2 von Shostakovitch mit seinen eingängigen Rhythmen. Kaum ein Fuß in der Halle blieb mehr still stehen beim „Earth, Wind & Fire Dance Mix“, den das Jugendorchester unter der Leitung von Carina Görg zum Besten brachte, die Thomas Drost bei den Probenarbeiten zeitweise vertreten hatte. Zum Abschluss begeisterte die Jugendkapelle mit einer wunderschönen Version von Peter Maffays „Nessaja“, bei der Flötistin Fabienne Knautz mit tollem Sologesang begeisterte. Das große Orchester sorgte dann für einen eindrucksvollen Abschluss in Form eines Arrangements von „River Dance“.  In rasender Geschwindigkeit erklangen die mitreißenden Melodien der irischen Tänzer. Weidemann hätte hier nach eigener Aussage gerne auch getanzt, aber der Geschäftsführer habe statt Steppschuhen, Steppdecken bestellt und so blieb es bei der akustischen Fassung, die das Publikum aber auch so restlos begeisterte.

Siegener-Zeitung - Text: Uschi Knautz, Fotos: Stephan Knautz