Frühjahrskonzert 2009

In Herdorf lebt King Elvis weiter

Musikverein Dermbach begeistert - Marco Lichtenthäler eingeführt

Bunt, unterhaltsam und schwungvoll - ein dickes Lob gab es von den Besuchern des Konzertabends "Elvis und Co", das der Musikverein Dermbach im Knappensaal darbot.

HERDORF. Der Konzertabend, dessen Höhepunkt die Einführung des neuen Dirigenten Marco Lichtenthäler aus Sassenroth war, war gespickt mit Höhepunkten, munterer Moderation und ungewöhnlicher Programmgestaltung. Das gefiel den Besuchern im proppenvollen Saal ebenso wie dem Ehrendirigenten Hans-Peter Mertens, dem Ehrenvorsitzenden Reinold Lück und Bürgermeister Uwe Erner, die Musikvereinsvorsitzender Michael Bohl besonders begrüßte.

Michael Bohl (rechts) begrüßt Marco Lichtenthäler (links) als neuen Dirigenten des Musikvereins Dermbach. Fotos: Rainer Wirth

Nachwuchs trumpft auf

Den rund 40 Musikern sowie der 22-köpfigen Jugendkapelle, beide dirigiert von Thomas Drost, merkte man die Begeisterung an, vor einem tollen Publikum alle Register des Könnens zu ziehen. Hinzu kam der Glücksgriff mit Moderator Stefan Weidemann, der um keinen flotten Spruch verlegen war.

Das große Orchester und die Jugendkapelle mit Dirigent Thomas Drost harmonierten.

Mit dem "Easy Rider" wurde das Publikum zum Einstieg gleich mächtig angeheizt. Dann zollte man dem Motto des Abends Tribut, ein Medley führte auf die Spur von Elvis Presley, unter anderem mit der legendären Einstiegsmelodie aus "Blue Hawaii", "In the Getto", "Are you lonsome", "Falling in love" und vielen anderen Evergreens aus den 89 Alben, die der "King" veröffentlichte. 500 Millionen Tonträger verkaufte er. Kein Zweifel: "Elvis lebt".

Aber auch Ray Charles, den vor gar nicht so langer Zeit Ron Williams im Hüttenhaus Herdorf verkörperte. Der blinde Sänger, Pianist und Exzentriker steuerte seine schönsten Kompositionen zu "Elvis und Co" bei. Auch eine andere Größe der Unterhaltungsmusik reihte sich in die prominente Schar ein. Henri Mancini, der unter anderem die Filmmusik für "Frühstück bei Tiffany" und "Der rosarote Panther" schrieb. Hier glänzte Alexander Lisai auf dem Saxofon.

Die Jugendkapelle kann sich durchaus sehen lassen, und auch hören. Das bewies sie mit einem Medley aus den Rocky-Filmen. Die Umbauphase nutzte ein Gitarren- und Mandolinentrio zu einem frenetisch applaudierten Streifzug durch die irische Folklore. Das war klasse. Thomas Drost dirigierte die Jugendkapelle, die ihren hohen Standard durch Neuzugänge auch weiter ausbauen möchte. Anmeldungen werden gerne gesehen. Mit "Great Pretender" und "Without you" holten sich die jungen Leute verdienten Beifall.

Auch Gesangsinterpreten aus den Reihen des Orchesters kamen zu Wort. Auf einem Bobbycar sitzend hieß es: "Ich will Spaß" und jazzig "Sweet Caroline". Das Publikum kam gar in den Genuss einer Welturaufführung. Die Komposition "Route to Spencer" für großes Orchester hatte Thomas Drost für Orchester, Mandoline, Gitarre, Klarinette und Querflöte umgeschrieben und dirigierte die Neuschöpfung sogar selbst. Da musste eine Zugabe her.

Schwungvoller Einstand

Dann war Peter Maffay mit seinem "Tabaluga" an der Reihe und der Auskoppelung "Ich will nie erwachsen sein". Natürlich durfte auch Udo Jürgens nicht fehlen, zu dessen Ohrwürmern das Publikum laut mit einstimmte.

Und bei den meisten Vorträgen stand der neue Dirigent Marco Lichtenthäler selbst am Schlagzeug oder dem Xylophon. "So viel wie heute habe ich lange nicht mehr gespielt", meinte er, bevor ihn Michael Bohl vorstellte und bekannte: "Gleich sein Probedirigat hat uns voll überzeugt. Wir sind froh, einen solch engagierten, jungen Dirigenten gewonnen zu haben." Mit "Just a Gigolo" - Stefan Weidmann gab hier sein Debut als Armstrong-Imitator - gab Marco Lichtenthäler gleich schwungvoll und energisch seinen Einstand, beglückwünscht auch von Lebensgefährtin Sabine Bätzing und Opa Helmut Link, einem der besten Klarinettisten und Saxofonisten der Region. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.   Rainer Wirth

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Betzdorf vom 28.04.2009, Seite 17.